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    Limburg200 – ONE MORE für 2026

    Am Wochenende des 21. oder 22. November möchte ich die Limburg200 Gravel fahren. Etwas mehr als 200 Kilometer und rund 2.400 Höhenmeter durch das südlimburgische Heuvelland, mit Start und Ziel in Valkenburg. Das Ziel steht. Nur das Wetter bekommt ein Mitspracherecht. Wenn die Bedingungen Ende November keine sinnvolle Fahrt draußen zulassen, werden aus 200 Kilometern Gravel eben 200 Kilometer auf der Rolle.

    In meinem ersten Beitrag habe ich geschrieben, dass für 2026 noch ein Ziel auf dem Zettel steht. Inzwischen ist klar, welches es wird. Noch einmal richtig lang fahren, bevor der Blick endgültig Richtung 2027 geht.

    Die Limburg200 startet und endet in Valkenburg und führt über etwas mehr als 200 Kilometer durch das südlimburgische Heuvelland. Rund 2.400 Höhenmeter kommen dabei zusammen. Kein Rennen, keine Platzierung und keine Startnummer. Einfach ein langer Tag auf dem Rad und die Frage, wo ich nach den vergangenen Monaten tatsächlich stehe.

    Für mich ist das der passende Abschluss dieses ersten Kapitels meines Comebacks.

    Zurück ins Heuvelland

    Mit dem Heuvelland verbinde ich einiges. Schon 2015 war ich dort in der Vorbereitung auf meine Transalp unterwegs. Obwohl das damals ganz klar eine MTB-Saison war, saß ich dort auch auf dem Rennrad.

    Das war bei mir eigentlich schon immer so. Mein Schwerpunkt lag über viele Jahre auf dem Mountainbike, trotzdem gehörte die Straße genauso zum Training. Ich mochte diese Abwechslung schon damals: technisch fahren auf dem MTB und gleichzeitig lange Einheiten auf der Straße, bei denen es darum ging, einen Rhythmus zu finden und Kilometer zu sammeln.

    Das Heuvelland war dafür ein Highlight. Kurze, teilweise ziemlich giftige Anstiege, ständig hoch und runter und überall das Gefühl, dass Radsport dort einfach dazugehört.

    Valkenburg und die Region verbinde ich natürlich auch mit dem Amstel Gold Race. Und besonders mit einem Finale, das wahrscheinlich nicht nur bei mir hängen geblieben ist.

    2019 sah Mathieu van der Poel wenige Kilometer vor dem Ziel eigentlich geschlagen aus. Rund eine Minute lag er hinter Julian Alaphilippe und Jakob Fuglsang. Trotzdem trieb er die Verfolgung weiter an. Die Lücke wurde kleiner, vorne wurde taktiert und wenige hundert Meter vor dem Ziel kam alles wieder zusammen. Van der Poel gewann anschließend auch noch den Sprint.

    Eines dieser Rennen, bei denen man selbst Jahre später noch weiß, warum man Radsport so faszinierend findet.

    Jetzt führt mich mein eigenes, natürlich wesentlich kleineres Projekt wieder in genau diese Gegend.

    Gravel passt gerade ziemlich gut

    Zurzeit verbringe ich viele Stunden auf dem Gravelbike. Und je mehr ich damit fahre, desto mehr merke ich, dass Gravel für mich eigentlich ziemlich logisch ist.

    Es verbindet vieles von dem, was ich am Rennrad immer mochte: Geschwindigkeit, lange Distanzen, einen Rhythmus finden und einfach Strecke machen. Gleichzeitig hört der Spaß dort nicht auf, wo der Asphalt endet.

    Auf Schotter und schlechteren Wegen wird es technischer. Untergrund lesen, Linie wählen, das Rad arbeiten lassen. Da steckt plötzlich wieder einiges von dem drin, was mir am Mountainbike immer Spaß gemacht hat.

    Und genau diese Mischung ist gerade mega.

    Das bedeutet allerdings nicht, dass das MTB jetzt in der Ecke steht. Ganz im Gegenteil. Mittlerweile habe ich auch das Mountainbike wieder entstaubt und über die Trails im Nationalpark De Meinweg gejagt.

    Dabei gab es einen Moment, mit dem ich selbst nicht gerechnet hatte.

    Ich hatte so viel Spaß, dass ich auf dem Rad vor Freude fast geweint hätte.

    Das klingt vielleicht etwas kitschig. Für mich war es aber einer der Momente, in denen ich gemerkt habe, dass mein Comeback längst nicht mehr nur etwas mit Trainingswerten, FTP oder irgendwelchen Zielen für die kommende Saison zu tun hat.

    Ich hatte schlicht vergessen, wie sehr mir das gefehlt hat.

    Nicht einfach nur ankommen

    Natürlich möchte ich die Limburg200 zu Ende fahren. Aber nur 200 Kilometer auf dem Tacho wären mir als sportliches Ziel zu wenig.

    200 Kilometer waren früher schließlich schon Bestandteil meines Trainings. Interessanter ist für mich heute die Frage, wie ich diese 200 Kilometer fahre.

    Dabei muss ich immer wieder an ein Gespräch mit meinem Physio denken. Ich habe ihm damals versucht zu erklären, was bei solchen langen Belastungen irgendwann im Kopf passiert, und habe dafür den Begriff mentale Abstumpfung benutzt.

    Nach vielen Stunden verändert sich etwas. Die Bewegungen wiederholen sich, Kilometer folgen auf Kilometer und irgendwann werden aus Stunden einfach weitere Stunden. Ich habe das damals mit acht Stunden Stehen verglichen. Eine Stunde zu stehen ist nichts Besonderes. Acht Stunden am Stück fühlen sich irgendwann völlig anders an.

    Bei langen Ausdauerbelastungen ist es für mich ähnlich. Nicht der einzelne Moment macht die Schwierigkeit aus, sondern die Dauer. Die ständige Wiederholung, die Konzentration, die Ernährung, kleine Beschwerden und irgendwann auch die Frage, wie sehr man überhaupt noch Lust darauf hat, weiterzumachen.

    Genau diesen Zustand möchte ich wieder kennenlernen.

    Ein bisschen Wartungsstau

    Bevor ich testen kann, was bei mir nach 150 Kilometern noch übrig ist, muss allerdings erst einmal das Gravelbike fit sein.

    Da gibt es inzwischen ein Wort, das die Situation ziemlich gut beschreibt: Wartungsstau.

    Darum wird sich der MTB Store Eschweiler kümmern und das Rad für die kommenden Kilometer wieder fit machen.

    Das Gravelbike selbst ist mein Leasingrad über meinen Arbeitgeber und von der Ausstattung her schon ziemlich nah an dem, was ich mir für solche Projekte wünsche. Oder anders gesagt: Die Ausstattung ist mega.

    Auf das Bike, den Aufbau und die einzelnen Komponenten werde ich demnächst noch einmal ausführlicher eingehen. Das verdient einen eigenen Beitrag.

    Für die Limburg200 zählt zunächst etwas anderes: Das Rad muss zuverlässig funktionieren. Nach acht oder neun Stunden möchte ich mich lieber mit meinen Beinen beschäftigen als mit einem technischen Problem, das sich vorher in der Werkstatt hätte vermeiden lassen.

    Limburg200 Gravel – das Wetter entscheidet

    Das Zielwochenende steht: 21. oder 22. November 2026.

    Welcher der beiden Tage es genau wird, bleibt bewusst offen. Wenn der Samstag die besseren Bedingungen bietet, fahre ich Samstag. Sieht der Sonntag besser aus, wird es Sonntag.

    Eine Voraussetzung gibt es allerdings: Es muss trocken sein.

    Natürlich gehören Matsch und schlechtes Wetter zum Mountainbiken und Graveln dazu. Ich habe auch kein Problem damit, ein paar Stunden bei bescheidenem Wetter unterwegs zu sein. Aber bei rund 200 Kilometern Ende November sieht die Sache anders aus.

    Zehn Stunden durch Kälte und Dauerregen zu fahren, nur damit hinterher 200 Kilometer auf dem Tacho stehen, muss ich niemandem beweisen.

    Das Projekt soll mich fordern. Es muss deshalb aber nicht unsinnig werden.

    Wenn das Wetter passt, geht es nach Valkenburg zum Limburg200 Gravel.

    Und wenn nicht, fällt ONE MORE nicht aus.

    Plan B: 200 Kilometer auf der Rolle

    Dann werden aus der Limburg200 eben 200 Kilometer auf der Rolle.

    Natürlich ist das eine völlig andere Nummer. Keine Landschaft, kein Heuvelland, keine Schotterwege und keine Abfahrten, auf denen man für einen Moment die Beine hochnehmen kann.

    Dafür gibt es etwas anderes: treten.

    Stundenlang.

    Gerade deshalb passt die Indoor-Variante erstaunlich gut zu dem, was ich testen möchte. Die mentale Komponente dürfte auf der Rolle wahrscheinlich sogar noch deutlicher werden. Weniger Ablenkung, kaum natürliche Unterbrechungen und sehr viel Zeit in derselben Position.

    Auch dort würde deshalb dasselbe Prinzip gelten: kontrolliert beginnen, regelmäßig essen und trinken und die erste Hälfte nicht dafür nutzen, irgendeinen virtuellen Schnitt zu jagen.

    Und dann kommt wieder dieselbe Frage:

    Kann ich in der zweiten Hälfte noch zulegen?

    Wenn mir das gelingt, ist die Trainingserkenntnis dieselbe. Trotzdem gibt es keinen Zweifel daran, welche Variante ich bevorzuge.

    Ich will ins Heuvelland.

    Kein Versuch, wieder der Fahrer von früher zu sein

    Natürlich könnte ich die Limburg200 mit meiner Vergangenheit vergleichen. Mit den Jahren, in denen 12.000 bis 15.000 Kilometer auf dem Rad zusammenkamen. Mit der Vorbereitung auf die Transalp, meinen 24-Stunden-Rennen oder Welt- und Europameisterschaften. Mehr über diese Jahre und meine bisherige Renngeschichte gibt es unter Racing.

    Aber genau darum geht es bei diesem Comeback nicht.

    Ich muss am 21. oder 22. November nicht beweisen, dass ich noch der Fahrer von 2017 oder 2019 bin. Mein Leben sieht heute anders aus. Beruf, Familie und Verantwortung haben ihren Platz und die verfügbare Trainingszeit ist eine andere.

    Gleichzeitig merke ich gerade immer deutlicher, dass die Lust auf lange Distanzen wieder da ist. Wie dieser Weg zurück begonnen hat, habe ich in „Viel passiert. Viel vor.“ beschrieben.

    Und damit interessiert mich inzwischen eine andere Frage viel mehr:

    Was ist heute möglich?

    Die Limburg200 wird darauf keine endgültige Antwort geben. Aber sie wird ein ziemlich guter erster Test sein.

    Und vielleicht auch ein erster Hinweis darauf, wohin die Reise 2027 gehen kann.

    ONE MORE.

    Bis zum 21. oder 22. November bleiben noch einige Wochen. Weiter trainieren, Kilometer sammeln, das Gravelbike fit machen und schauen, was sich bis dahin noch entwickelt.

    Dann wird gefahren.

    Wenn es trocken ist: Valkenburg. Heuvelland. Limburg200.

    Wenn es nass ist: Rolle. 200 Kilometer.

    In beiden Fällen möchte ich die ersten 100 Kilometer so fahren, dass ich in der zweiten Hälfte noch etwas drauflegen kann.

    Irgendwann wird trotzdem der Moment kommen, an dem die Strecke lang geworden ist. Die Beine sind müde, der Kopf wird stumpfer und die verbleibenden Kilometer fühlen sich plötzlich deutlich länger an als am Anfang.

    Genau auf diesen Moment bin ich gespannt.

    Denn dann zählt nicht mehr, was ich 2015, 2017 oder 2019 konnte.

    Dann zählt nur noch, was an diesem Tag noch geht.

    Noch ein bisschen mehr Leistung. Noch ein Kilometer. Noch einer.

    ONE MORE.