Autor: Daniel

  • Training im September: Noch mehr Bock und Disziplin

    Training im September: Noch mehr Bock und Disziplin

    40 Stunden Training und 1.000 Kilometer hatte ich mir für September vorgenommen. Am Ende wurden es 39 Stunden und 54 Minuten inklusive Wanderungen und rund 857 Kilometer auf dem Rad. Die Ziele knapp beziehungsweise etwas deutlicher verpasst. Trotzdem nehme ich viel aus diesem Monat mit: längere Touren, Fortschritte im Training und wieder richtig Bock auf Radsport.

    Sechs Minuten hätte ich irgendwo noch unterbringen können. Früher hätte ich das wahrscheinlich auch gemacht. Einfach, damit vorne die Vier steht.

    Heute kann ich die 39:54 stehen lassen. Ich weiß, was ich im September gemacht habe und wie sich das Training inzwischen anfühlt. Bereits im zweiten Monat merke ich, dass meine Routinen stärker werden. Ich fahre regelmäßig, werde belastbarer und freue mich auf die nächste Runde.

    Dass weniger Kilometer zusammengekommen sind als im August, liegt auch daran, dass ich häufiger auf dem Mountainbike unterwegs war. Auf Trails wächst der Kilometerstand langsamer als auf der Straße. Dafür gibt es Fahrtechnik, kurze Anstiege und Downhills. Und genau das macht wieder richtig viel Spaß.

    Konstanz bleibt Arbeit

    Die Flexibilität aus meinen früheren Schichtdienstzeiten fehlt mir noch immer. Freie Vormittage für lange Touren gibt es heute selten. Das Training muss um Arbeit und Familienalltag herum seinen Platz finden.

    Statt frühmorgens trainiere ich inzwischen häufiger nach der Arbeit. Die längeren Einheiten liegen am Wochenende. Unter der Woche gelingt es mir zunehmend, wenigstens an zwei Tagen anderthalb Stunden oder länger zu fahren.

    Trotzdem bleibt es gerade unter der Woche schwer, in diesen Routinen zu bleiben. Ein kleiner Hänger in der Woche vor meinem Geburtstag hat mir das deutlich gezeigt. Nur weil etwas einige Wochen funktioniert, läuft es danach nicht automatisch weiter.

    Ein Nadelöhr bleibt das Training am Mittwochmorgen. Gleichzeitig ist der Block von Freitag bis Dienstag ziemlich lang. Da müssen die Einheiten erst einmal mit allem anderen zusammenpassen.

    Warum ich meine Trainingswoche trotzdem so aufgebaut habe, werde ich demnächst in einem eigenen Beitrag erklären. Dahinter stecken verschiedene Rahmenbedingungen aus Familie, Beruf und Freizeit.

    Was mich auszeichnet, ist mein unbändiger Wille, es immer weiter zu versuchen. Nach einem Hänger wieder anfangen, die nächste Einheit machen und darüber zurück zur Konstanz finden.

    Motivation und Disziplin sollen künftig gemeinsam für noch mehr Konsistenz im Training sorgen.

    Losfahren hilft

    Natürlich komme ich nicht jeden Nachmittag nach Hause und denke: Geil, jetzt noch aufs Rad.

    Manchmal bin ich müde, der Kopf ist voll und die Couch wäre eine ziemlich überzeugende Alternative. Dann hilft mir Disziplin: Sachen anziehen, Rad raus und erst einmal losfahren.

    Die Motivation kommt häufig unterwegs. Ein Sonnenuntergang, eine schöne Straße oder ein guter Trail können einen ganzen Tag drehen. Eben noch unmotiviert gestartet und plötzlich motiviert bis unter die Haarspitzen.

    Diese Erfahrung hilft mir beim nächsten Mal, wenn der Anfang schwerfällt. Ich weiß inzwischen wieder, wie gut mir die Bewegung und die Zeit draußen tun.

    Lange Touren und kurze Eskalationen

    Waldweg während der MTB-Discovery-Ausfahrt am 27. September 2026
    Die MTB-Discovery-Ausfahrt am 27. September: Wege entdecken und wieder länger unterwegs sein.

    Zu meinen Highlights gehörten die Gravelrunde zum Rhein und die MTB-Discovery-Ausfahrt am 27. September. Mehrere Stunden unterwegs sein, Wege entdecken und merken, dass längere Distanzen wieder funktionieren: Das gibt mir Vertrauen für die nächsten Schritte.

    Auch die 18 Kilometer lange Wanderung in der Eifel bleibt hängen. Vorher hatte ich noch kurz die Beine auf dem Rad bewegt. Keine große Einheit, aber für meine Disziplin und Fokussierung wichtig. Ich hatte mir vorgenommen zu fahren und es umgesetzt, obwohl die Wanderung schon fest zum Tagesprogramm gehörte.

    Überrascht hat mich, wie viel Spaß mir kurze, intensive Belastungen wieder machen. Ich mag das Gefühl, wenn das Laktat wieder in die Beine schießt, ich kurzzeitig 1.000 Watt treten kann und an einem Anstieg richtig reintrete. Ich hab wieder richtig Bock, auch mal bis ans Limit zu gehen.

    Auch ein alter Mann hat offenbar noch Puls: Meiner schlug dabei zeitweise bis 196.

    Dazu kommen persönliche Bestzeiten auf Strava und ein sinkendes Gewicht. Ich merke, dass ich stärker werde, und habe wieder Freude daran, meine Möglichkeiten auszuprobieren.

    Mosel, Federweißer und eine leere Di2

    Blick auf die Mosel bei Cochem im Licht des Sonnenaufgangs
    Sonnenaufgang vor der Klausurtagung. Für die spätere Radfahrt war ich motiviert – mein Di2-Akku leider leer.

    Die 40 Stunden hätte ich erreicht, wenn ich am 29. September einen geladenen Di2-Akku gehabt hätte. Das Rad lag seit Montag im Auto. Mein Helm hing dabei so ungünstig am Lenker, dass er einen Schaltknopf gedrückt hielt und offenbar immer wieder Schaltvorgänge auslöste.

    Anfängerfehler mit fatalen Folgen für meine geplante Moselrunde.

    Profitipp: Akku laden – und beim Verstauen sicherstellen, dass kein Helm oder Gepäckstück im Auto pausenlos die Schaltung beschäftigt.

    Ich war für eine zweitägige Klausurtagung meines Unternehmens an der Mosel bei Cochem. Der Federweißer am Montagabend war mega lecker. Die Nacht danach entsprechend kurz.

    Trotz wenig Schlaf bin ich am Dienstag zum Sonnenaufgang zu einem Gipfel gewandert. Eine Stunde draußen, die Landschaft im Morgenlicht und danach wieder zurück in die Tagung.

    Für deren Ende hatte ich bereits einen Plan: noch ungefähr 60 Kilometer rund um Cochem fahren. Ich war müde, aber richtig motiviert. Wenn das Rad schon dabei ist und diese Landschaft vor der Tür liegt, will ich sie auch nutzen.

    Also los – bis die Schaltung mir eben einen Strich durch die Rechnung machte.

    Akku leer.

    Motivation vorhanden, Beine mehr oder weniger einsatzbereit, Schaltung außer Dienst. Nach 8,85 Kilometern war Schluss mit der geplanten Runde.

    Am nächsten Tag kamen noch einmal 34,11 Kilometer dazu. Für die 40h reichte es damit nicht mehr, sechs Minuten blieben offen.

    Natürlich hat mich das geärgert. Aber nach wenig Schlaf, einer Wanderung und einem Tag voller Arbeit wollte ich immer noch Fahrrad fahren. Ich hatte einfach Bock darauf. Dieses Gefühl war lange nicht selbstverständlich.

    Es muss für immer Musik da sein

    Daniel 'Lambi' Lambertz beim Training auf dem Gravelrad
    Disziplin, Motivation und Sonne sorgen für gute Laune im Training

    Das Gebiet rund um De Meinweg ist für mich wieder richtig interessant geworden. Bekannte Trails neu entdecken, an der Fahrtechnik arbeiten und bergab laufen lassen – davon möchte ich mehr.

    Musik gehört für mich dazu. „Es muss für immer Musik da sein“ trifft ziemlich genau, welchen Platz sie in meinem Leben hat. Bei fast allem, was ich mache, läuft irgendwann der passende Soundtrack.

    Auf dem Rad kann ein Song einem Moment noch einmal eine andere Energie geben. Abendlicht zwischen den Bäumen, ein guter Trail und Musik im Ohr: Solche Augenblicke bleiben hängen.

    Die Landschaft ist ein wichtiger Teil meiner Motivation. Ich möchte draußen etwas sehen, wahrnehmen und aufsaugen. Deshalb steige ich selbst nach einem anstrengenden Arbeitstag oft besser gelaunt vom Rad, als ich losgefahren bin.

    Oktober: Mehr Rolle, weiter Trails

    Jetzt wird es kälter und früher dunkel. Die Rolle wird im Oktober wahrscheinlich häufiger zum Einsatz kommen. Gerade unter der Woche macht sie es einfacher, das Training nach der Arbeit unterzubringen.

    Trotzdem möchte ich weiter draußen fahren. Die langen Einheiten am Wochenende, die Landschaft und die Trails sollen ihren Platz behalten.

    Mein Ridley Kanzo Fast braucht allerdings erst einmal eine Auszeit. Neuer Antrieb und Lager stehen an. Darum kümmert sich der MTB Store Eschweiler.

    Der Wartungsstau lässt sich nicht weiter wegfahren – und vor Limburg200 möchte ich das Rad wieder ordentlich in Schuss haben. Den Di2-Akku werde ich dann ebenfalls laden.

    In der Zwischenzeit freue ich mich darauf, mit dem Orbea Oiz häufiger über die Trails zu jagen.

    Die Orientierung bleibt bei 40 Stunden Training und 1.000 Kilometern im Monat. Wenn durch mehr Mountainbike weniger Kilometer zusammenkommen, ist das für mich in Ordnung. Ich möchte meine Routinen festigen, längere Belastungen weiter aufbauen und den Spaß mitnehmen.

    Dabei wird es sicher wieder Wochen geben, in denen weniger klappt als geplant. Entscheidend ist für mich, danach wieder anzufangen. Der Wille dazu ist da. Und der Bock inzwischen auch. Welche Herausforderungen als Nächstes anstehen, findest du auf meiner Racing-Seite.

    ONE MORE. Ein Kilometer. Eine Runde. Ein Versuch.

  • Limburg200 – ONE MORE für 2026

    Limburg200 – ONE MORE für 2026

    Am Wochenende des 21. oder 22. November möchte ich die Limburg200 Gravel fahren. Etwas mehr als 200 Kilometer und rund 2.400 Höhenmeter durch das südlimburgische Heuvelland, mit Start und Ziel in Valkenburg. Das Ziel steht. Nur das Wetter bekommt ein Mitspracherecht. Wenn die Bedingungen Ende November keine sinnvolle Fahrt draußen zulassen, werden aus 200 Kilometern Gravel eben 200 Kilometer auf der Rolle.

    In meinem ersten Beitrag habe ich geschrieben, dass für 2026 noch ein Ziel auf dem Zettel steht. Inzwischen ist klar, welches es wird. Noch einmal richtig lang fahren, bevor der Blick endgültig Richtung 2027 geht.

    Die Limburg200 startet und endet in Valkenburg und führt über etwas mehr als 200 Kilometer durch das südlimburgische Heuvelland. Rund 2.400 Höhenmeter kommen dabei zusammen. Kein Rennen, keine Platzierung und keine Startnummer. Einfach ein langer Tag auf dem Rad und die Frage, wo ich nach den vergangenen Monaten tatsächlich stehe.

    Für mich ist das der passende Abschluss dieses ersten Kapitels meines Comebacks.

    Zurück ins Heuvelland

    Mit dem Heuvelland verbinde ich einiges. Schon 2015 war ich dort in der Vorbereitung auf meine Transalp unterwegs. Obwohl das damals ganz klar eine MTB-Saison war, saß ich dort auch auf dem Rennrad.

    Das war bei mir eigentlich schon immer so. Mein Schwerpunkt lag über viele Jahre auf dem Mountainbike, trotzdem gehörte die Straße genauso zum Training. Ich mochte diese Abwechslung schon damals: technisch fahren auf dem MTB und gleichzeitig lange Einheiten auf der Straße, bei denen es darum ging, einen Rhythmus zu finden und Kilometer zu sammeln.

    Das Heuvelland war dafür ein Highlight. Kurze, teilweise ziemlich giftige Anstiege, ständig hoch und runter und überall das Gefühl, dass Radsport dort einfach dazugehört.

    Valkenburg und die Region verbinde ich natürlich auch mit dem Amstel Gold Race. Und besonders mit einem Finale, das wahrscheinlich nicht nur bei mir hängen geblieben ist.

    2019 sah Mathieu van der Poel wenige Kilometer vor dem Ziel eigentlich geschlagen aus. Rund eine Minute lag er hinter Julian Alaphilippe und Jakob Fuglsang. Trotzdem trieb er die Verfolgung weiter an. Die Lücke wurde kleiner, vorne wurde taktiert und wenige hundert Meter vor dem Ziel kam alles wieder zusammen. Van der Poel gewann anschließend auch noch den Sprint.

    Eines dieser Rennen, bei denen man selbst Jahre später noch weiß, warum man Radsport so faszinierend findet.

    Jetzt führt mich mein eigenes, natürlich wesentlich kleineres Projekt wieder in genau diese Gegend.

    Gravel passt gerade ziemlich gut

    Zurzeit verbringe ich viele Stunden auf dem Gravelbike. Und je mehr ich damit fahre, desto mehr merke ich, dass Gravel für mich eigentlich ziemlich logisch ist.

    Es verbindet vieles von dem, was ich am Rennrad immer mochte: Geschwindigkeit, lange Distanzen, einen Rhythmus finden und einfach Strecke machen. Gleichzeitig hört der Spaß dort nicht auf, wo der Asphalt endet.

    Auf Schotter und schlechteren Wegen wird es technischer. Untergrund lesen, Linie wählen, das Rad arbeiten lassen. Da steckt plötzlich wieder einiges von dem drin, was mir am Mountainbike immer Spaß gemacht hat.

    Und genau diese Mischung ist gerade mega.

    Das bedeutet allerdings nicht, dass das MTB jetzt in der Ecke steht. Ganz im Gegenteil. Mittlerweile habe ich auch das Mountainbike wieder entstaubt und über die Trails im Nationalpark De Meinweg gejagt.

    Dabei gab es einen Moment, mit dem ich selbst nicht gerechnet hatte.

    Ich hatte so viel Spaß, dass ich auf dem Rad vor Freude fast geweint hätte.

    Das klingt vielleicht etwas kitschig. Für mich war es aber einer der Momente, in denen ich gemerkt habe, dass mein Comeback längst nicht mehr nur etwas mit Trainingswerten, FTP oder irgendwelchen Zielen für die kommende Saison zu tun hat.

    Ich hatte schlicht vergessen, wie sehr mir das gefehlt hat.

    Nicht einfach nur ankommen

    Natürlich möchte ich die Limburg200 zu Ende fahren. Aber nur 200 Kilometer auf dem Tacho wären mir als sportliches Ziel zu wenig.

    200 Kilometer waren früher schließlich schon Bestandteil meines Trainings. Interessanter ist für mich heute die Frage, wie ich diese 200 Kilometer fahre.

    Dabei muss ich immer wieder an ein Gespräch mit meinem Physio denken. Ich habe ihm damals versucht zu erklären, was bei solchen langen Belastungen irgendwann im Kopf passiert, und habe dafür den Begriff mentale Abstumpfung benutzt.

    Nach vielen Stunden verändert sich etwas. Die Bewegungen wiederholen sich, Kilometer folgen auf Kilometer und irgendwann werden aus Stunden einfach weitere Stunden. Ich habe das damals mit acht Stunden Stehen verglichen. Eine Stunde zu stehen ist nichts Besonderes. Acht Stunden am Stück fühlen sich irgendwann völlig anders an.

    Bei langen Ausdauerbelastungen ist es für mich ähnlich. Nicht der einzelne Moment macht die Schwierigkeit aus, sondern die Dauer. Die ständige Wiederholung, die Konzentration, die Ernährung, kleine Beschwerden und irgendwann auch die Frage, wie sehr man überhaupt noch Lust darauf hat, weiterzumachen.

    Genau diesen Zustand möchte ich wieder kennenlernen.

    Ein bisschen Wartungsstau

    Bevor ich testen kann, was bei mir nach 150 Kilometern noch übrig ist, muss allerdings erst einmal das Gravelbike fit sein.

    Da gibt es inzwischen ein Wort, das die Situation ziemlich gut beschreibt: Wartungsstau.

    Darum wird sich der MTB Store Eschweiler kümmern und das Rad für die kommenden Kilometer wieder fit machen.

    Das Gravelbike selbst ist mein Leasingrad über meinen Arbeitgeber und von der Ausstattung her schon ziemlich nah an dem, was ich mir für solche Projekte wünsche. Oder anders gesagt: Die Ausstattung ist mega.

    Auf das Bike, den Aufbau und die einzelnen Komponenten werde ich demnächst noch einmal ausführlicher eingehen. Das verdient einen eigenen Beitrag.

    Für die Limburg200 zählt zunächst etwas anderes: Das Rad muss zuverlässig funktionieren. Nach acht oder neun Stunden möchte ich mich lieber mit meinen Beinen beschäftigen als mit einem technischen Problem, das sich vorher in der Werkstatt hätte vermeiden lassen.

    Limburg200 Gravel – das Wetter entscheidet

    Das Zielwochenende steht: 21. oder 22. November 2026.

    Welcher der beiden Tage es genau wird, bleibt bewusst offen. Wenn der Samstag die besseren Bedingungen bietet, fahre ich Samstag. Sieht der Sonntag besser aus, wird es Sonntag.

    Eine Voraussetzung gibt es allerdings: Es muss trocken sein.

    Natürlich gehören Matsch und schlechtes Wetter zum Mountainbiken und Graveln dazu. Ich habe auch kein Problem damit, ein paar Stunden bei bescheidenem Wetter unterwegs zu sein. Aber bei rund 200 Kilometern Ende November sieht die Sache anders aus.

    Zehn Stunden durch Kälte und Dauerregen zu fahren, nur damit hinterher 200 Kilometer auf dem Tacho stehen, muss ich niemandem beweisen.

    Das Projekt soll mich fordern. Es muss deshalb aber nicht unsinnig werden.

    Wenn das Wetter passt, geht es nach Valkenburg zum Limburg200 Gravel.

    Und wenn nicht, fällt ONE MORE nicht aus.

    Plan B: 200 Kilometer auf der Rolle

    Dann werden aus der Limburg200 eben 200 Kilometer auf der Rolle.

    Natürlich ist das eine völlig andere Nummer. Keine Landschaft, kein Heuvelland, keine Schotterwege und keine Abfahrten, auf denen man für einen Moment die Beine hochnehmen kann.

    Dafür gibt es etwas anderes: treten.

    Stundenlang.

    Gerade deshalb passt die Indoor-Variante erstaunlich gut zu dem, was ich testen möchte. Die mentale Komponente dürfte auf der Rolle wahrscheinlich sogar noch deutlicher werden. Weniger Ablenkung, kaum natürliche Unterbrechungen und sehr viel Zeit in derselben Position.

    Auch dort würde deshalb dasselbe Prinzip gelten: kontrolliert beginnen, regelmäßig essen und trinken und die erste Hälfte nicht dafür nutzen, irgendeinen virtuellen Schnitt zu jagen.

    Und dann kommt wieder dieselbe Frage:

    Kann ich in der zweiten Hälfte noch zulegen?

    Wenn mir das gelingt, ist die Trainingserkenntnis dieselbe. Trotzdem gibt es keinen Zweifel daran, welche Variante ich bevorzuge.

    Ich will ins Heuvelland.

    Kein Versuch, wieder der Fahrer von früher zu sein

    Natürlich könnte ich die Limburg200 mit meiner Vergangenheit vergleichen. Mit den Jahren, in denen 12.000 bis 15.000 Kilometer auf dem Rad zusammenkamen. Mit der Vorbereitung auf die Transalp, meinen 24-Stunden-Rennen oder Welt- und Europameisterschaften. Mehr über diese Jahre und meine bisherige Renngeschichte gibt es unter Racing.

    Aber genau darum geht es bei diesem Comeback nicht.

    Ich muss am 21. oder 22. November nicht beweisen, dass ich noch der Fahrer von 2017 oder 2019 bin. Mein Leben sieht heute anders aus. Beruf, Familie und Verantwortung haben ihren Platz und die verfügbare Trainingszeit ist eine andere.

    Gleichzeitig merke ich gerade immer deutlicher, dass die Lust auf lange Distanzen wieder da ist. Wie dieser Weg zurück begonnen hat, habe ich in „Viel passiert. Viel vor.“ beschrieben.

    Und damit interessiert mich inzwischen eine andere Frage viel mehr:

    Was ist heute möglich?

    Die Limburg200 wird darauf keine endgültige Antwort geben. Aber sie wird ein ziemlich guter erster Test sein.

    Und vielleicht auch ein erster Hinweis darauf, wohin die Reise 2027 gehen kann.

    ONE MORE.

    Bis zum 21. oder 22. November bleiben noch einige Wochen. Weiter trainieren, Kilometer sammeln, das Gravelbike fit machen und schauen, was sich bis dahin noch entwickelt.

    Dann wird gefahren.

    Wenn es trocken ist: Valkenburg. Heuvelland. Limburg200.

    Wenn es nass ist: Rolle. 200 Kilometer.

    In beiden Fällen möchte ich die ersten 100 Kilometer so fahren, dass ich in der zweiten Hälfte noch etwas drauflegen kann.

    Irgendwann wird trotzdem der Moment kommen, an dem die Strecke lang geworden ist. Die Beine sind müde, der Kopf wird stumpfer und die verbleibenden Kilometer fühlen sich plötzlich deutlich länger an als am Anfang.

    Genau auf diesen Moment bin ich gespannt.

    Denn dann zählt nicht mehr, was ich 2015, 2017 oder 2019 konnte.

    Dann zählt nur noch, was an diesem Tag noch geht.

    Noch ein bisschen mehr Leistung. Noch ein Kilometer. Noch einer.

    ONE MORE.

  • Viel passiert. Viel vor.

    Viel passiert. Viel vor.

    Mein Radsport-Comeback 2026 nimmt gerade richtig Fahrt auf. Ich trainiere viel, verbringe wieder viele Stunden auf dem Rad und merke, dass der Körper langsam wieder dahin kommt, wo ich ihn haben möchte.

    Dabei geht es gar nicht nur um Training und Zahlen. Ich genieße es gerade, draußen unterwegs zu sein, das Wetter mitzunehmen, Landschaft aufzusaugen und einfach wieder richtig Lust aufs Radfahren zu haben. Und ganz nebenbei sind bereits ein paar alte Bestmarken aus vergangenen Jahren gepurzelt – damit hatte ich ehrlich gesagt nicht so früh gerechnet.

    Ein Ziel für 2026. Und schon der Blick auf 2027.

    Ganz vorbei ist dieses Jahr noch nicht.

    Ein Ziel steht noch auf dem Zettel. Eines, bei dem es wieder länger wird und bei dem ich sehen möchte, was von der Ausdauer schon wieder da ist.

    Gleichzeitig geht der Blick längst weiter Richtung 2027. Welche Rennen? Welche Distanzen? Wie viel Training passt tatsächlich in meinen Alltag? Und vor allem: Was möchte ich mir wieder zutrauen?

    Dabei geht es mir nicht darum, den Fahrer von 2017 oder 2019 zurückzuholen.

    Den gibt es so nicht mehr.

    Mein Leben sieht heute anders aus. Mein Alltag sieht anders aus. Und natürlich hat sich auch mein Körper verändert.

    Aber genau das macht die Sache interessant.

    Ich will nicht wissen, was damals möglich war. Ich will herausfinden, was heute möglich ist.

    Nicht alles läuft nach Trainingsplan

    Auch beruflich steht Veränderung an. Ab Dezember kommen in meiner Arbeit als Fachbereichsleiter neue Bereiche, neue Strukturen und zusätzliche Verantwortung dazu.

    Auf den ersten Blick hat das wenig mit Radsport zu tun. Für mich gibt es aber ziemlich viele Parallelen.

    Du kannst einen guten Plan haben. Du kannst dich vorbereiten. Du kannst versuchen, möglichst viele Dinge vorherzusehen.

    Und dann kommt es trotzdem anders.

    Auf dem Rad kommt Gegenwind, die Beine machen nicht das, was sie sollen oder nach vielen Stunden wird aus einem kleinen Problem plötzlich ein ziemlich großes. Im Beruf ist es manchmal ähnlich – nur ohne Leistungsmesser am Lenker.

    Dann geht es darum, ruhig zu bleiben, eine Lösung zu finden und weiterzumachen.

    Vielleicht liegt mir genau deshalb die Langstrecke so.

    Ein bisschen weniger erwachsen

    Gleichzeitig ist es privat gerade angenehm ruhig. Und ich merke, wie dadurch wieder Platz für andere Dinge entsteht.

    Für Training und neue Pläne. Für Freunde und gute Gespräche. Und ziemlich eindeutig auch für Musik.

    In den vergangenen Wochen waren wieder einige Konzerte dabei. Punkrock, laute Gitarren, verschwitzte Menschen und dieses ziemlich großartige Gefühl, für ein paar Stunden wieder 29 zu sein.

    Man muss schließlich nicht alles erwachsen machen.

    Vielleicht gehört genau das gerade genauso zum Comeback wie die Kilometer auf dem Rad.

    Was heute möglich ist

    Und damit bin ich ziemlich genau bei dem, was Lambi Endurance Racing für mich werden soll.

    Kein Hochglanzprojekt. Keine Inszenierung einer Vergangenheit, in der ich mal bei einer 24-Stunden-WM auf dem Podium stand. Und auch kein Versuch, irgendjemandem noch etwas beweisen zu müssen.

    Ich möchte dokumentieren, was passiert, wenn man mit 44 Jahren wieder anfängt, sich sportlich etwas vorzunehmen.

    Wie viel geht noch? Wie bekommt man Training, Beruf, Familie und den Rest des Lebens zusammen? Was funktioniert? Was geht schief? Wo liegen heute meine Grenzen – und lassen sie sich vielleicht noch ein Stück verschieben?

    2026 ist der Anfang.

    2027 wird zeigen, was daraus werden kann.

    Bis dahin geht es um die nächste Einheit, den nächsten Kilometer und irgendwann wieder um die nächste lange Nacht auf dem Rad.

    ONE MORE.

    Noch eine Runde.
    Noch ein Kilometer.
    Noch ein Versuch.

    Nicht zurück. Weiter.

  • Hello world!

    Hello world!

    Keine große Vorstellung.
    Keine lange Geschichte.

    Ein bisschen MTB.
    Ein bisschen Gravel.
    Lange Tage auf dem Rad.
    Laute Gitarren.
    Neue Ziele.

    Nicht mehr versuchen, dort weiterzumachen, wo irgendwann Schluss war.

    Lieber schauen, was heute noch geht.

    Nicht zurück. Weiter.

    Das hier ist Lambi Endurance Racing.

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    ONE MORE.

    Eine Runde. Ein Kilometer. Ein Versuch mehr.