Schlagwort: Trainingsroutine

  • Training im September: Noch mehr Bock und Disziplin

    Training im September: Noch mehr Bock und Disziplin

    40 Stunden Training und 1.000 Kilometer hatte ich mir für September vorgenommen. Am Ende wurden es 39 Stunden und 54 Minuten inklusive Wanderungen und rund 857 Kilometer auf dem Rad. Die Ziele knapp beziehungsweise etwas deutlicher verpasst. Trotzdem nehme ich viel aus diesem Monat mit: längere Touren, Fortschritte im Training und wieder richtig Bock auf Radsport.

    Sechs Minuten hätte ich irgendwo noch unterbringen können. Früher hätte ich das wahrscheinlich auch gemacht. Einfach, damit vorne die Vier steht.

    Heute kann ich die 39:54 stehen lassen. Ich weiß, was ich im September gemacht habe und wie sich das Training inzwischen anfühlt. Bereits im zweiten Monat merke ich, dass meine Routinen stärker werden. Ich fahre regelmäßig, werde belastbarer und freue mich auf die nächste Runde.

    Dass weniger Kilometer zusammengekommen sind als im August, liegt auch daran, dass ich häufiger auf dem Mountainbike unterwegs war. Auf Trails wächst der Kilometerstand langsamer als auf der Straße. Dafür gibt es Fahrtechnik, kurze Anstiege und Downhills. Und genau das macht wieder richtig viel Spaß.

    Konstanz bleibt Arbeit

    Die Flexibilität aus meinen früheren Schichtdienstzeiten fehlt mir noch immer. Freie Vormittage für lange Touren gibt es heute selten. Das Training muss um Arbeit und Familienalltag herum seinen Platz finden.

    Statt frühmorgens trainiere ich inzwischen häufiger nach der Arbeit. Die längeren Einheiten liegen am Wochenende. Unter der Woche gelingt es mir zunehmend, wenigstens an zwei Tagen anderthalb Stunden oder länger zu fahren.

    Trotzdem bleibt es gerade unter der Woche schwer, in diesen Routinen zu bleiben. Ein kleiner Hänger in der Woche vor meinem Geburtstag hat mir das deutlich gezeigt. Nur weil etwas einige Wochen funktioniert, läuft es danach nicht automatisch weiter.

    Ein Nadelöhr bleibt das Training am Mittwochmorgen. Gleichzeitig ist der Block von Freitag bis Dienstag ziemlich lang. Da müssen die Einheiten erst einmal mit allem anderen zusammenpassen.

    Warum ich meine Trainingswoche trotzdem so aufgebaut habe, werde ich demnächst in einem eigenen Beitrag erklären. Dahinter stecken verschiedene Rahmenbedingungen aus Familie, Beruf und Freizeit.

    Was mich auszeichnet, ist mein unbändiger Wille, es immer weiter zu versuchen. Nach einem Hänger wieder anfangen, die nächste Einheit machen und darüber zurück zur Konstanz finden.

    Motivation und Disziplin sollen künftig gemeinsam für noch mehr Konsistenz im Training sorgen.

    Losfahren hilft

    Natürlich komme ich nicht jeden Nachmittag nach Hause und denke: Geil, jetzt noch aufs Rad.

    Manchmal bin ich müde, der Kopf ist voll und die Couch wäre eine ziemlich überzeugende Alternative. Dann hilft mir Disziplin: Sachen anziehen, Rad raus und erst einmal losfahren.

    Die Motivation kommt häufig unterwegs. Ein Sonnenuntergang, eine schöne Straße oder ein guter Trail können einen ganzen Tag drehen. Eben noch unmotiviert gestartet und plötzlich motiviert bis unter die Haarspitzen.

    Diese Erfahrung hilft mir beim nächsten Mal, wenn der Anfang schwerfällt. Ich weiß inzwischen wieder, wie gut mir die Bewegung und die Zeit draußen tun.

    Lange Touren und kurze Eskalationen

    Waldweg während der MTB-Discovery-Ausfahrt am 27. September 2026
    Die MTB-Discovery-Ausfahrt am 27. September: Wege entdecken und wieder länger unterwegs sein.

    Zu meinen Highlights gehörten die Gravelrunde zum Rhein und die MTB-Discovery-Ausfahrt am 27. September. Mehrere Stunden unterwegs sein, Wege entdecken und merken, dass längere Distanzen wieder funktionieren: Das gibt mir Vertrauen für die nächsten Schritte.

    Auch die 18 Kilometer lange Wanderung in der Eifel bleibt hängen. Vorher hatte ich noch kurz die Beine auf dem Rad bewegt. Keine große Einheit, aber für meine Disziplin und Fokussierung wichtig. Ich hatte mir vorgenommen zu fahren und es umgesetzt, obwohl die Wanderung schon fest zum Tagesprogramm gehörte.

    Überrascht hat mich, wie viel Spaß mir kurze, intensive Belastungen wieder machen. Ich mag das Gefühl, wenn das Laktat wieder in die Beine schießt, ich kurzzeitig 1.000 Watt treten kann und an einem Anstieg richtig reintrete. Ich hab wieder richtig Bock, auch mal bis ans Limit zu gehen.

    Auch ein alter Mann hat offenbar noch Puls: Meiner schlug dabei zeitweise bis 196.

    Dazu kommen persönliche Bestzeiten auf Strava und ein sinkendes Gewicht. Ich merke, dass ich stärker werde, und habe wieder Freude daran, meine Möglichkeiten auszuprobieren.

    Mosel, Federweißer und eine leere Di2

    Blick auf die Mosel bei Cochem im Licht des Sonnenaufgangs
    Sonnenaufgang vor der Klausurtagung. Für die spätere Radfahrt war ich motiviert – mein Di2-Akku leider leer.

    Die 40 Stunden hätte ich erreicht, wenn ich am 29. September einen geladenen Di2-Akku gehabt hätte. Das Rad lag seit Montag im Auto. Mein Helm hing dabei so ungünstig am Lenker, dass er einen Schaltknopf gedrückt hielt und offenbar immer wieder Schaltvorgänge auslöste.

    Anfängerfehler mit fatalen Folgen für meine geplante Moselrunde.

    Profitipp: Akku laden – und beim Verstauen sicherstellen, dass kein Helm oder Gepäckstück im Auto pausenlos die Schaltung beschäftigt.

    Ich war für eine zweitägige Klausurtagung meines Unternehmens an der Mosel bei Cochem. Der Federweißer am Montagabend war mega lecker. Die Nacht danach entsprechend kurz.

    Trotz wenig Schlaf bin ich am Dienstag zum Sonnenaufgang zu einem Gipfel gewandert. Eine Stunde draußen, die Landschaft im Morgenlicht und danach wieder zurück in die Tagung.

    Für deren Ende hatte ich bereits einen Plan: noch ungefähr 60 Kilometer rund um Cochem fahren. Ich war müde, aber richtig motiviert. Wenn das Rad schon dabei ist und diese Landschaft vor der Tür liegt, will ich sie auch nutzen.

    Also los – bis die Schaltung mir eben einen Strich durch die Rechnung machte.

    Akku leer.

    Motivation vorhanden, Beine mehr oder weniger einsatzbereit, Schaltung außer Dienst. Nach 8,85 Kilometern war Schluss mit der geplanten Runde.

    Am nächsten Tag kamen noch einmal 34,11 Kilometer dazu. Für die 40h reichte es damit nicht mehr, sechs Minuten blieben offen.

    Natürlich hat mich das geärgert. Aber nach wenig Schlaf, einer Wanderung und einem Tag voller Arbeit wollte ich immer noch Fahrrad fahren. Ich hatte einfach Bock darauf. Dieses Gefühl war lange nicht selbstverständlich.

    Es muss für immer Musik da sein

    Daniel 'Lambi' Lambertz beim Training auf dem Gravelrad
    Disziplin, Motivation und Sonne sorgen für gute Laune im Training

    Das Gebiet rund um De Meinweg ist für mich wieder richtig interessant geworden. Bekannte Trails neu entdecken, an der Fahrtechnik arbeiten und bergab laufen lassen – davon möchte ich mehr.

    Musik gehört für mich dazu. „Es muss für immer Musik da sein“ trifft ziemlich genau, welchen Platz sie in meinem Leben hat. Bei fast allem, was ich mache, läuft irgendwann der passende Soundtrack.

    Auf dem Rad kann ein Song einem Moment noch einmal eine andere Energie geben. Abendlicht zwischen den Bäumen, ein guter Trail und Musik im Ohr: Solche Augenblicke bleiben hängen.

    Die Landschaft ist ein wichtiger Teil meiner Motivation. Ich möchte draußen etwas sehen, wahrnehmen und aufsaugen. Deshalb steige ich selbst nach einem anstrengenden Arbeitstag oft besser gelaunt vom Rad, als ich losgefahren bin.

    Oktober: Mehr Rolle, weiter Trails

    Jetzt wird es kälter und früher dunkel. Die Rolle wird im Oktober wahrscheinlich häufiger zum Einsatz kommen. Gerade unter der Woche macht sie es einfacher, das Training nach der Arbeit unterzubringen.

    Trotzdem möchte ich weiter draußen fahren. Die langen Einheiten am Wochenende, die Landschaft und die Trails sollen ihren Platz behalten.

    Mein Ridley Kanzo Fast braucht allerdings erst einmal eine Auszeit. Neuer Antrieb und Lager stehen an. Darum kümmert sich der MTB Store Eschweiler.

    Der Wartungsstau lässt sich nicht weiter wegfahren – und vor Limburg200 möchte ich das Rad wieder ordentlich in Schuss haben. Den Di2-Akku werde ich dann ebenfalls laden.

    In der Zwischenzeit freue ich mich darauf, mit dem Orbea Oiz häufiger über die Trails zu jagen.

    Die Orientierung bleibt bei 40 Stunden Training und 1.000 Kilometern im Monat. Wenn durch mehr Mountainbike weniger Kilometer zusammenkommen, ist das für mich in Ordnung. Ich möchte meine Routinen festigen, längere Belastungen weiter aufbauen und den Spaß mitnehmen.

    Dabei wird es sicher wieder Wochen geben, in denen weniger klappt als geplant. Entscheidend ist für mich, danach wieder anzufangen. Der Wille dazu ist da. Und der Bock inzwischen auch. Welche Herausforderungen als Nächstes anstehen, findest du auf meiner Racing-Seite.

    ONE MORE. Ein Kilometer. Eine Runde. Ein Versuch.